Über das Projekt – Think & Drive
Consumer, Producer? Prosumer!
Podcasts begleiten mich seit Jahren als „Consumer“ zu Themen rund um Karriere, Automobilwirtschaft, Musikproduktion und akademisches Arbeiten. Zum Producer wurde ich durch den Gedanken, diese Kategorien nicht länger getrennt zu betrachten, sondern in einem innovativen Format zusammenzuführen. Das Resultat ist Think & Drive – ein Podcast, der Automobilwirtschaft, Wissenschaft und berufliches Netzwerken in Studioqualität an einen Tisch bringt.
Die Idee entstand nicht zufällig, sondern aus einer Beobachtung, die ich während meiner eigenen Masterarbeiten (2021 und 2025) immer wieder gemacht habe: Wissenschaftliche Theorie und betriebswirtschaftliche Praxis liegen besonders im Automotive-Sektor auffallend weit auseinander.
Theorie und Praxis – das ewige Spannungsfeld?
Theorie hat im Autohandel keinen guten Ruf und findet wenig Beachtung. Sie wird oft mit etwas gleichgesetzt, das nur in der Gedankenwelt jener existiert, die es selbst nicht machen müssen. Und dort, so die verbreitete Annahme, könne sie auch bleiben, weil man in der Praxis vermeintlich nichts damit anfangen kann.
Eine Konvention wissenschaftlicher Arbeiten ist die anfängliche Definition zentraler Begriffe. Und genau diese Logik lohnt sich auch hier, weil Theorie zum Kern dieses Podcasts gehört. Ist Think & Drive also praxisfern und ohne Nutzen? Ganz im Gegenteil: Think & Drive versteht sich als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis. Damit alle Beteiligten wissen, was unter Theorie in diesem Kontext zu verstehen ist, lohnt ein Blick auf Clayton M. Christensens „Innovator’s Dilemma“.
„Theorie ist das Fernglas, durch das wir Zukunft bereits sehen können“ (frei nach Christensen).
Christensen definiert Theorie als eine analytische Linse, durch die mögliche Entwicklungen der Zukunft in der Gegenwart erkennbar werden. Während Daten grundsätzlich nur über Vergangenes Auskunft geben, ermöglicht ein fundiertes theoretisches Modell es, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen, zu der naturgemäß noch keine empirischen Daten vorliegen können. Theorie wird zum Werkzeug, das den Blick nach vorn schärft, als könne man durch diese analytische Linse in die Zukunft schauen (vgl. Christensen, 2012, 6:39–6:48).
Und damit stehst du genau auf der Brücke, die Think & Drive zwischen Theorie und Praxis baut: Eine bewährte Theorie ist nicht das angeblich Dysfunktionale aus dem „Tal der Ahnungslosen“, sondern ein auf empirischen Daten basierendes Prognoseinstrument, ein Orientierungssystem für Manager, das hilft, die richtigen Schritte für den Weg nach vorn zu setzen.
Und wer sich über diese Brücke traut, kann PR-getriebene Autopresse und lautstarke Car-Influencer hinter sich lassen. Der permanent fortschreitende wissenschaftliche Diskurs, immer neue Studienabgänger, die immer neue Themen und Forschungslücken erschließen, schaffen einen „Perpetuum-Mobile-Effekt“, der kaleidoskopartig immer neue Bilder aus vorhandenen Elementen entstehen lässt. Damit werden reißerische Klickbait-Headlines, die mit Angst und Übertreibung arbeiten, von Anfang an obsolet.
Dies bringt Souveränität und ausreichend Ruhe in das Format, um eine neue Form von Resonanz zu hören: Erkenntnisse werden nicht nur produziert und abgeheftet, sondern können erstmals wirklich gehört und von Dritten weitergedacht werden. Durch Rückmeldungen von Zuhörenden entsteht eine Art offener Wissensdialog, der studentische Forschung verfeinern kann. Das ist kein „Peer Review“ im akademischen Sinn, aber im Sinne dieses innovativen Formats.
Denn all die Neugier, intellektuelle Freude, Respekt vor studentischer Leistung, Leidenschaft für individuelle Mobilität und mein ausgeprägtes „Sensemaking“-Bedürfnis sollen bei Think & Drive echten Mehrwert für alle Beteiligten schaffen. Und Beteiligung ist exakt das, was ich von Dir jetzt brauche, als Student, Zuhörer, Professor oder was auch immer: Ihr macht mich damit vielleicht nicht gleich zu Deutschlands Antwort auf Joe Rogan, aber zumindest zum Kurator eines neuartigen Podcast-Formates. Worauf warten wir, lass uns losfahren, willkommen bei Think & Drive!
Quellenangabe
Quelle:
Christensen, C. M. (2012): Disruptive Innovation Explained. Harvard Business Review, 30 March.
Available at: https://www.youtube.com/watch?v=qDrMAzCHFUU
(Accessed: 22 November 2025).